Tag 63: Schule beginnt

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Tag 63: Schule beginnt

Hi Folx!

62 Tage, wann hatte ich jemals so viele „Ferientage“ am Stück? Gar nicht, denn ich war ja niemals Student…
Aber nun geht es ja endlich wieder los, meine Tochter darf als Viertklässlerin wieder in die Schule. Unter bestimmten Vorgaben wie z.B. Abstand halten, Maske tragen und, das ist das beste, von 08:15 – 09:45 Uhr! Also zwei Unterrichtsstunden. Aber nur Montag bis Mittwoch, weil ja Donnerstag irgendein beknackter Feiertag und Freitag Brückentag ist. Der natürlich nicht gestrichen wird, weil man ja nach so einer anstrengenden Schulwoche ein langes Wochenende braucht.

Jawoll, den Shyce hätte man sich auch sparen können. Es ist niemandem damit geholfen, Schüler für 1,5 Stunden in die Schule zu lassen. Weder den Schülern, noch den Lehrern und vor allem nicht den Eltern. Bis Pfingsten soll das so sein, täglich zwei Unterrichtsstunden, dann sind ja erstmal Ferien (endlich!) und danach geht es in den rollierenden Schulmodus. Heißt, halbtags Schule im Wochenwechsel. Geplant bis zu den Sommerferien, die es ja auf jeden Fall geben soll.

Was soll denn dieser Mist? Eine Woche Schule, eine Woche daheim? Wie soll das bewerkstelligt werden? Was sollen die Kinder denn überhaupt lernen? Es bringt nichts, wenn ein einziger Lehrer hoch motiviert ist und sich den Allerwertesten aufreißt, damit „seine“ Klasse so gut wie möglich lernen kann, aber andere Lehrer sich als Risikogruppe sehen und Arbeitsverweigerung betreiben. Weil wegen, man könnte ja angesteckt werden. Bei allem Respekt, aber was ist mit der Kassiererin im Supermarkt, die jeden Tag aufs Neue Kunden bedient? Was ist mit dem Busfahrer, dem Polizisten und der Altenpflegerin? Diese Personen haben bei weitem ein höheres Ansteckungsrisiko als Lehrer, die auf Distanz bleiben können.

Riskogruppe, wenn ich diesen Shyce schon hören muß.
Liebe Risikogruppe, bleib zuhause. Mindestens 14 Tage, ohne Kontakt zur Außenwelt. Nicht einkaufen, kein Friseurbesuch, ohne Besuche bei den Verwandten. Buddelt euch ein, wir holen euch raus, wenn alles vorbei ist. Oder auch nicht… Wenn ihr noch als Sofortmaßnahmen noch Aluhüte, RFID-Chips und Zahlencodes braucht, bitte an einschlägig bekannte Verschwörungstheoretiker wenden.

Kennt ihr die wahre Risikogruppe? Schüler!
Hat schonmal irgendjemand daran gedacht, was diese ganze Situation für die Schüler bedeuetet? Soziale Kontakte fehlen fast gänzlich, das Lernkollektiv in der Schule sowieso, Mama und Papa sind auch nicht die besten Lehrer und so weiter und so fort. Wie soll der Abiturient denn intensiv lernen können, wenn er nicht von ausgebildeten Fachrisikogruppen betreut wird? Den Lernstoff kann und will ein Pubertier nicht zuhause machen. Die Eltern packen das sowieso nicht, weil sie irgendwie Vollzeit arbeiten müssen, nebenher die Kinder betreuen und den Haushalt schmeißen. Nebenher sollte man sich auch noch um das soziale Gefüge innerhalb der Familie kümmern.

Achja, die Lösung für die Schulabgänger ist ziemlich simpel: Man korrigiert einfach den Notenschlüssel. Damit auch der lernfaulste Depp seinen Abschluß machen kann. Motivation bei den Schülern? Ratet mal… wozu soll ich mir den Kopf kaputt machen, wenn ich eh bestehen werde?

Gut, Bildung ist ja scheinbar nicht so wichtig, frei nach Herrn Kretschmann. Und damit hat er Recht. Bleibt doof, verwöhnt und ignorant, dann reicht’s für die Bundesliga. Da soll man ja ohne Vernunft gutes Geld verdienen können.

So long…
Pat